Lili Boulanger – Igor Strawinsky – Leonard Bernstein
Zwischen Himmel und Klang – Psalmen in orchestraler Ekstase
Eine Religion ohne Musik? Das scheint kaum vorstellbar. Zu sehr eignet sich die Musik als Ausdrucksmittel für übernatürliche Erfahrungen, zumal sie ja auch selbst gern – im positiven Sinne – als irrationale Domäne verstanden wird. Und so entschieden sich also alle drei hier gespielten Komponist:innen, einige Psalmen aus dem alttestamentarischen Buch der Psalmen zu vertonen und jene Mystik in Töne umzuwandeln.
Glaubensfragen im Konzertformat
Auf ihre jeweils ganz eigene Art und Weise und aus unterschiedlichen Gründen gehen sie mit der Thematik um. Lili Boulanger stand 1917/1918 unter dem doppelten Eindruck von vier Jahren Weltkrieg und ihrer eigenen Sterblichkeit; die beiden hier gespielten Stücke zählen zu ihren letzten geschriebenen. Strawinsky beschäftigte sich mit dem Stoff der Psalmen aufgrund seiner in den späten 1920er-Jahren wieder aufkommenden Beschäftigung mit der russisch-orthodoxen Kirche. Bernstein tat dies als Auseinandersetzung mit seiner jüdischen Herkunft und Religion.
Das Konzert des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin ist am Freitag als Casual Concert in kürzerer Form, ohne die beiden Stücke von Boulanger, und am Samstag schließlich als normales Konzert mit allen vier Stücken zu hören.
Programmdetails
Personen
Solist des Staats- und Domchores Berlin
Knabenalt
Christina Bischoff
Sopran
Catriona Morison
Mezzosopran
Bettina Pieck
Alt
Georg Streuber
Bass
Joohoon Shin
Tenor
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Orchester
Ingo Metzmacher
Dirigent
Rundfunkchor Berlin
Chor
Martina Batic
ChoreinstudierungRaoul Bumiller
TenorProgramm
Lili Boulanger
Igor Strawinsky
„Psalmensinfonie“ (Symphonie de Psaumes)
für Chor und Orchester
Lili Boulanger
Psalm 130 „Du fond de l’abîme“
für Mezzosopran, Chor und Orchester
Leonard Bernstein
„Chichester Psalms“
für Knabensolo, Chor und Orchester
Radioübertragung
Das Konzert wird vom Deutschlandfunk aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet.
Philharmonie Berlin, Großer Saal
Die 1963 eröffnete Berliner Philharmonie ist eine der Ikonen der modernen Architektur. Mit dem Konzertsaal schuf der Architekt Hans Scharoun eine völlig neue Form: Die 2250 Sitzplätze sind in verschiedenen Blöcken, terrassiert wie ein Weinberg, rings um ein fünfseitiges Orchesterpodium angelegt. Unter dem Saal befindet sich das Foyer, in dessen Treppenlabyrinthen sich selbst Stammgäste immer wieder verirren. Aus der inneren Anlage erklärt sich auch die ungewöhnliche Silhouette des Gebäudes, dessen Außenhaut mit goldenen Aluplatten verkleidet ist. Auch akustisch gilt der Saal als einer der besten der Welt. Er ist Heimat der Berliner Philharmoniker, wird aber auch von den anderen Berliner Orchestern und Veranstaltern bespielt.
Philharmonie Berlin, Großer Saal
Herbert-von-Karajan-Straße 1
10785 Berlin
Deutschland
© Schirmer
Chor und Orchester: was ist das eigentlich?
Seine Chor- und Orchesterkonzerte gestaltet der Rundfunkchor Berlin so unterschiedlich wie facettenreich. Regelmäßig ist er an der Seite internationaler Spitzenensembles zu erleben. Es besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Seine enorme Wandlungsfähigkeit stellt der Rundfunkchor Berlin mit den großen Klassikern der chorsinfonischen Literatur wie auch mit Uraufführungen zeitgenössischer Werke unter Beweis.
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