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Mit SING! zur singenden Schule: Erfolgsgeschichte Gustav-Falke-Grundschule

Chorauftritt auf dem Sommerfest der Gustav-Falke-Grundschule moderiert von Schulleitung Sabine Gryczke, 2026

Die Gustav-Falke-Grundschule zeigt, wie aus einer Teilnahme an SING! ein dauerhaft singender Schulalltag werden kann – mit festen Strukturen, begeisterten Kindern, einem veränderten Kollegium und einer deutlich sichtbaren musikalischen Kultur.

Wie mit SING! eine singende Schule entstand

Als die Gustav-Falke-Grundschule 2018 in das Bildungsprogramm SING! einstieg, war das vor allem eine strategische Entscheidung für mehr und bessere Musik im Schulalltag. Schulleiterin Sabine Gryczke erinnert sich: »Weil es ein absolut grandioses Angebot war, also nicht nur, dass die Kinder dadurch einen deutlich verbesserten Musikunterricht hatten. Es war auch noch gekoppelt mit der Schulung der Musiklehrerinnen und Musiklehrer.«

Lehrerin Stephanie Aschenbrandt beschreibt die Wirkung der Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogisches Personal so: »Das war ein Rahmen, der einfach grandios war, weil wir in dieser Stunde Fortbildung gemeinsam gesungen haben und darauf vorbereitet wurden, wie wir es wiederum den Kindern beibringen. Außerdem hat es, ehrlich gesagt, einfach riesigen Spaß gemacht, zusammen zu singen.« Von Beginn an entschied sich die Schule, alle damaligen neun Klassen der Schulanfangsphase einzubeziehen – Singen sollte kein exklusives Zusatzangebot sein, sondern zum gemeinsamen Profil gehören.

Singen als fester Bestandteil im Schulalltag

Probe für einen Auftritt im ATZE Musiktheater, 2026

Aus dem Projektcharakter von SING! ist an der Gustav-Falke-Grundschule nach dem Projektabschluss ein verlässliches System geworden, das das Singen im Wochenrhythmus verankert. In Kooperation mit der Musikschule Fanny Hensel kommen heute jeden Montag zwei Chorlehrkräfte in alle Klassen der Schulanfangsphase und der JÜL-Klassen. Aschenbrandt beschreibt dieses Setting: »Jetzt ist es so, dass zwei Gesangslehrerinnen jeden Montag zu uns kommen. Sie sind jeweils 20 Minuten in jeder Klasse, und die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer sind mit dabei. Wir lernen direkt mit den Kindern zusammen.«

Entscheidend ist, dass die Lehrkräfte der Schule weiterhin beteiligt bleiben: Die Lieder werden gemeinsam mit den Kindern von den Chorlehrkräften eingeführt und später im regulären Musikunterricht und in anderen Stunden aufgegriffen und vertieft. So entsteht ein Kreislauf: fachkundige Impulse von außen, kontinuierliche Umsetzung im Alltag und ein wachsendes Repertoire, das die Schule in Konzerten, Feiern und Auftritten immer wieder hörbar macht.

»Ich denke, dass dieses Programm insgesamt die Orientierung in Richtung Gesang deutlich verschoben hat. Es hat ein anderes Gewicht bekommen, eine andere Qualität und am Ende auch eine andere Sichtbarkeit.« sagt Gryczke. Das Programm sorge dafür, dass Gesang und Musik im Schulalltag präsent bleiben und regelmäßig öffentlich sichtbar werden – in Konzerten, Aufführungen und gemeinsamen Auftritten.

Sichtbare Höhepunkte im Schuljahr

Generalprobe im ATZE Musiktheater, 2026

Die Schule hat das Singen nicht nur in den Unterricht integriert, sondern auch feste musikalische Höhepunkte im Jahreslauf etabliert. Ein wichtiges Ereignis ist das Weihnachtskonzert. Die Feier wird maßgeblich von Gesangsbeiträgen getragen und ist ein jährliches Highlight der Schulgemeinschaft.

Besonders prägend ist auch die Teilnahme an der Liederbörse in der Berliner Philharmonie, ergänzt durch Auftritte im ATZE Musiktheater. Schulanfangsphasen- und JÜL-Klassen wechseln sich jährlich ab, sodass jede Klasse im Laufe der Zeit bei einem großen Auftritt dabei ist und den Moment auf der großen Bühne erleben kann. »Jedes Kind, das einmal auf einer Bühne gestanden hat, ist durch persönliche Angst gegangen, konnte sich überwinden und hatte dann das großartige Gefühl: Ich kann das. Das ist für Kinder in jeder Hinsicht wichtig, aber besonders für diejenigen, die auf anderen Ebenen nicht so ohne Weiteres ein Erfolgserlebnis haben.« sagt Gryczke.

Für viele Kinder und Familien ist das der erste Kontakt mit einem professionellen Setting und einem großen Konzertsaal; Lehrerin Aschenbrandt erzählt: »Ich hatte das Gefühl, dass das eine Tür für viele Eltern und Familien geöffnet hat – eine Welt, in die sie sonst nie gegangen wären. Egal, ob es das Singen in verschiedenen Sprachen ist oder dass die Eltern zum ersten Mal in die Philharmonie gehen und sagen: Es war doch total schön.«

Ein singendes Kollegium

Chorauftritt auf dem Sommerfest der Gustav-Falke-Grundschule, 2026

Die Erfolgsgeschichte der Gustav-Falke-Grundschule ist auch eine Geschichte des Kollegiums. Zu Beginn war die SING!-Schulung für die Klassenlehrkräfte ungewohnt. Gryczke erinnert sich an die erste Reaktion: Einige Lehrkräfte seien skeptisch gewesen, als sie hörten, dass sie sich regelmäßig zum Singen treffen sollten, und hätten die ungewohnte Situation auch als herausfordernd erlebt.

Diese Unsicherheit wandelte sich jedoch rasch: »Es dauerte nicht lange, und diese Haltung änderte sich. Die anfängliche Skepsis verwandelte sich in echte Freude, und die Kolleginnen und Kollegen haben sehr gerne daran teilgenommen. Heute ist es so, dass nicht nur alle deutlich besser singen – es macht ihnen auch Spaß. Und das ist das Entscheidende.« Heute gehört Singen für die Lehrkräfte selbstverständlich zum pädagogischen Handwerkszeug – nicht nur in den Musikstunden, sondern auch in kurzen Bewegungspausen und Übergängen im Unterricht.

Eine singende Schule öffnet Türen

Liederbörse der Grundschulen im Großen Saal der Philharmonie, 2026

Die Schule erlebt durch SING! nicht nur musikalische, sondern auch kulturelle Öffnung. Wenn Kinder etwa Lieder in verschiedenen Sprachen singen, entsteht Neugier auf andere Sprachen und Kulturen; Eltern, die zuvor noch nie in der Philharmonie waren, erleben den Konzertsaal und den Rundfunkchor als zugängliche Orte.

Und die Begeisterung für Musik wirkt in der Schule weiter: Aus den Erfahrungen mit SING! heraus wurden zusätzliche Angebote wie Tanzprojekte mit den Flying Steps initiiert, und Musik nimmt einen immer breiteren Raum an der Schule ein. Chorarbeit, Musicals mit den höheren Klassen und Auftritte bei Schul- und Einschulungsfeiern verdichten die musikalische Identität der Schule.

Im Jahr des 15-jährigen Jubiläums von SING! steht die Gustav-Falke-Grundschule exemplarisch für eine Schule, die SING! als Ausgangspunkt einer nachhaltigen Schulentwicklung verstanden hat. Aus der ersten Teilnahme ist eine Schule geworden, in der das Singen selbstverständlich zum Alltag gehört, Kinder regelmäßig Bühne und Publikum erleben und Musik zu einem unverzichtbaren Teil von Bildung und Selbstwert geworden ist.

Gryczke betont die Bedeutung des Programms für die Kinder und ihre Biografien »Ich glaube, unsere Kinder werden sich an diese Auftritte erinnern, weil sie wirklich etwas Besonderes im Leben sind […] – und das ist bereits Selbstwert.«

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