Roksolana Chraniuk guckt in den Spiegel und hält einen roten Lippenstift in der Hand.
    • Johannes Brahms
      »An die Heimat«, op.64, Nr. 1
    • Johannes Brahms
      »Sehnsucht« op. 112a Nr. 1
      für Chor und Klavier
    • Johannes Brahms
      »Nächtens«, Op. 112a, d-moll, f. gem. Chor u. Klav.
    • Maurice Ravel
      Trois beaux oiseaux du Paradis
    • Franz Schubert
      »Das Heimweh«, F-Dur, D 456
    • Franz Schubert
      »Der Wanderer an den Mond«, g-Moll, D 870
    • Benjamin Britten
      »Heimat«, aus Sechs Hölderlin-Fragmente, Op. 61
    • Joby Talbot
      Path of Miracles
      daraus Nr. 4 Santiago
    • Christin Stanowsky Sopran
    • Annina Merz Mezzosopran
    • Clemens Liese Tenor
    • Lautaro Nolli Bariton
    • Carolin Jurkat Sopran
    • Elena Tsantidis Sopran
    • Justus Barleben Dirigent
    • Schola des Rundfunkchores Berlin Chor
    • Mitglieder des Rundfunkchores Berlin Chor
    • Markus Syperek Klavier
    • Isabel Chrostek Sopran
    • Jinseok Kim Bass
    • Jungchan Ham Bass
    • Carl Christoph Eder Tenor
    • Hyewon Ju Sopran
    • Michelle Baum Alt
    • Mirjam Widmann Alt

Tea Time Concert

Die Schola des Rundfunkchores Berlin

Die Schola ist etablierter Teil unserer Förderprogramme für den ambitionierten und professionellen Chornachwuchs. Im Rahmen eines zweiwöchigen Intensivkurses werden hier 20 bis 30 junge Gesangsstudierende in die Erarbeitung eines großen chorsinfonischen Werks eingebunden. Daneben aber zeigen die jungen Studierenden auch dieses Jahr in einem eigenen Tea Time Concert gesondert ihr Können.

 

Dieses Mal werden sie sich unter Leitung von Justus Barleben des Themas »Sehnsucht nach Heimat« annehmen. Mit Werken von Johannes Brahms, Joby Talbot und Maurice Ravel werden sie sich diesem schwer zu fassenden, aber doch so zentralen Gefühl aus verschiedenen Richtungen nähern. Wer die Sänger*innen von morgen schon heute zu hören bekommen möchte, sollte diesen Termin nicht verpassen!

 

 

Tickets

Programmdetails

Programm

Johannes Brahms

»An die Heimat« op. 64, Nr. 1
für gemischten Chor und Klavier

Heimat!
Wunderbar tönendes Wort!
Wie auf befiederten Schwingen
Ziehst du mein Herz zu dir fort,
Jubelnd, als müßt' ich den Gruß
Jeglicher Seele dir bringen,
Trag' ich zu dir meinen Fuß,
Freundliche Heimat!

Heimat!
Bei dem sanftklingenden Ton
Wecken mich alte Gesänge,
Die in der Ferne mich flohn;
Rufen mir freudenvoll zu
Heimatlich lockende Klänge:
Du nur allein bist die Ruh',
Schützende Heimat!

Heimat!
Gib mir den Frieden zurück,
Den ich im Weiten verloren,
Gib mir dein blühendes Glück!
Unter den Bäumen am Bach,
Wo ich vor Zeiten geboren,
Gib mir ein schützendes Dach,
Liebende Heimat!

Johannes Brahms

»Sehnsucht« op. 112, Nr. 1
für gemischten Chor und Klavier

Es rinnen die Wasser Tag und Nacht,
deine Sehnsucht wacht.
Du gedenkest der vergangenen Zeit,
die liegt so weit.
Du siehst hinaus in den Morgenschein
und bist allein.
Es rinnen die Wasser Tag und Nacht,
deine Sehnsucht wacht.

Johannes Brahms

»Nächtens« op. 112, Nr. 2
für gemischten Chor und Klavier

Nächtens wachen auf die irren,
Lügenmächt'gen Spukgestalten,
Welche deinen Sinn verwirren.

Nächtens ist im Blumengarten
Reif gefallen, dass vergebens
Du der Blumen würdest warten.

Nächtens haben Gram und Sorgen
In dein Herz sich eingenistet,
Und auf Tränen blickt der Morgen.

Maurice Ravel

»Trois beaux oiseaux du Paradis« M. 69, Nr. 2
für gemischten Chor und Soli
Christin Stanowsky - Sopran
Annina Merz - Mezzosopran
Clemens Liese - Tenor
Lautaro Nolli - Bariton

Trois beaux oiseaux du Paradis
(Mon ami z-il est à la guerre)
Trois beaux oiseaux du Paradis
Ont passé par ici.

Le premier était plus bleu que le ciel,
(Mon ami z-il est à la guerre)
Le second était couleur de neige,
Le troisième rouge vermeil.

»Beaux oiselets du Paradis,
(Mon ami z-il est à la guerre)
Beaux oiselets du Paradis,
Qu'apportez par ici?«

»J'apporte un regard couleur d'azur
(Ton ami z-il est à la guerre)«
»Et moi, sur beau front couleur de neige,
Un baiser dois mettre, encore plus pur.«

»Oiseau vermeil du Paradis,
(Mon ami z-il est à la guerre)
Oiseau vermeil du Paradis,
Que portez vous ainsi?«

»Un joli coeur tout cramoisi
(Ton ami z-il est à la guerre)«
»Ha! je sens mon coeur qui froidit...
Emportez le aussi.«

Franz Schubert

»Das Heimweh« D 456
für Singstimme und Klavier
Elena Tsantidis - Sopran

Oft in einsam stillen Stunden
Hab ich ein Gefühl empfunden,
Unerklärbar, wunderbar!
Das wie Sehnsucht nach der Ferne
Hoch hinauf in bessre Sterne
Wie ein leises Ahnen war.

Jetzt, wo von der Heimat Frieden
Ich so lang' schon abgeschieden,
Und in weiter Fremde bin,
Fühlt ein ängstlich heißes Sehen
Unter sanften Wehmutstränen
Tief bewegt mein innrer Sinn.

Dieses, weiß ich zu erklären,
Ist ein inniges Begehren
Nach dem Freunde, liebend mich,
In die alten, süßen Bande,
Nach dem teuren Vaterlande,
Und das Heimweh nennt es sich.

Wenn in Stunden sel'ger Weihe
Sich der frühern Wonnen Reihe,
Dunkel wär' mein Geist bewusst;
Wenn sich neue Sinne fänden,
Die das Höhere verständen
In der tiefbewegten Brust!

Franz Schubert

»Der Wanderer an den Mond« D 870
für Singstimme und Klavier
Lautaro Nolli - Bariton

Ich auf der Erd’, am Himmel du,
Wir wandern beide rüstig zu:
Ich ernst und trüb, du mild und rein,
Was mag der Unterschied wohl sein?

Ich wandre fremd von Land zu Land,
So heimatlos, so unbekannt;
Bergauf, bergab, Wald ein, Wald aus,
Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus.

Du aber wanderst auf und ab
Aus Ostens Wieg’ in Westens Grab,
Wallst Länder ein und Länder aus,
Und bist doch, wo du bist, zu Haus.

Der Himmel, endlos ausgespannt,
Ist dein geliebtes Heimatland:
O glücklich, wer, wohin er geht,
Doch auf der Heimat Boden steht!

Benjamin Britten

»Die Heimat« aus »Sechs Hölderlin-Fragmente«, op. 61, Nr. 2
für Singstimme und Klavier
Carolin Jurkat - Sopran

Froh kehrt der Schiffer heim an den stillen Strom
Von fernen Inseln, wo er geerntet hat;
Wohl möcht' auch ich zur Heimat wieder;
Aber was hab' ich, wie Leid, geerntet? -

Ihr holden Ufer, die ihr mich auferzogt,
Stillt ihr der Liebe Leiden? ach! gebt ihr mir,
Ihr Wälder meiner Kindheit, wann ich
Komme, die Ruhe noch einmal wieder?

Joby Talbot

»Santiago« aus »Path of Miracles«, Nr. 4
für gemischten Chor

The road climbs through changing land.
Northern rains fall
On the deepening green of the slopes of the valley,
Storms break the summer’s heat;
At Foncebadon a pass can be lost,
In one night, to the snow.

The road climbs for days through the highlands of Bierzo,
to the grassland and rocks
of the Valcarce valley.
White broom and scrub-oak,
Laburnum and gorse
Mark the bare hills
Beside the road.

At O Cebreiro, mountains.
The road follows the ridgetop
By meadows of fern, by fields of rye.

By Fonfria del Camino, by Triacastela.
Towns are shadows
The road leaves behind.
It moves over the slate hills
Palas do Rei. Potomarin.
The names are shadows.

Then, from the stream at Lavacolla
To the foot of Monte de Gozo,
A morning;
From the foot of Monte de Gozo
To the summit of Monte de Gozo
The road climbs,
Before the longed-for final descent
To Santiago.

Herr Santiagu
Grot Sanctiagu
Eultreya esuseya
Deius aia nos.

Ver redit optatum
Cum gaudio,
Flore decoratum
Purpureo;
Aves edunt cantus
Quam dulciter,
Cantus est amoenus
Totaliter.

Jacobo dat parium
Omnis mundus gratis
Ob cuius remedium
Miles pietatis
Cunctorum presidium
Est ad vota satis.

O beate Jacobe
Virtus nostra vere
Nobis hostes remove
Tuos ac tuere
Ac devotos adibe
Nos tibi placere.

Jacobo propicio
Veniam speramus
Et quas ex obsequio
Merito debemus
Patri tam eximio
Dignes laudes demus

At the Western edge of the world
We pray for our sins to fall from us
As chains from the limbs of penitents.

We have walked out of the lives we had
And will return to nothing, if we live,
Changed by the journey, face and soul alike.

We have walked out of our lives
To come to where the walls of heaven
Are thin as a curtain, transparent as glass,

Where the Apostle spoke the holy words,
Where in death he returned, where God is close,
Where saints and martyrs mark the road.

Santiago, primus ex apostolis,
Defender of pilgrims, warrior for truth,
Take from our backs the burdens of this life,

What we have done, who we have been;
Take them as fire takes the cloth
They cast into the sea at Finisterre.

Holy St James, great St. James,
God help us now and evermore.

Stimmen zur Schola

»Es war mir eine große Freude für zwei Wochen mit der Schola des Rundfunkchores Berlin zu arbeiten. Die Sänger*innen kommen natürlich mit ganz unterschiedlichen Vorerfahrungen und Kompetenzen zu uns – so ist es meine Aufgabe, diese hochtalentierten Musiker*innen innerhalb kürzester Zeit zu einem homogenen Klangkörper zu formen. Und ich muss sagen, dass wir von Probe zu Probe diesem Ziel stetig näher gekommen sind. Die hohe Motivation der jungen Sänger*innen, wirklich jede Facette und jedes Details unseres Programms zu durchleuchten, hat auch mich während unserer gemeinsamen Probenarbeit sehr inspiriert. Nun freue ich mich auf ein erlebnisreiches Konzert!«

Justus Barleben, Dirigent

»Ich glaube, das Besondere an der Schola ist, dass es ein Projekt ist, welches Sänger*innen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Zielen dazu einlädt, zusammenzukommen und im Chor zu singen. Außerdem ist die Schola eine Möglichkeit, überhaupt erstmal einen Einblick in die professionelle Chorarbeit zu gewinnen, da dies in der Gesangsausbildung oft vernachlässigt wird. Für mich persönlich ist die Schola unglaublich bereichernd, da sie mich in meinem Traum unterstützt und bestärkt, den Beruf eines Runfunkchorsängers anzustreben.«

Clemens Liese, Tenor

Location

St. Elisabeth-Kirche

Hinter der antiken Tempelfassade überrascht die Elisabethkirche im Inneren als kahler Raum mit rohen Backsteinwänden. Nach einem Bombenangriff war die Kirche im März 1945 ausgebrannt und stand seitdem als Ruine. Erst ab 1999 wurde der Raum wieder nutzbar gemacht – er soll aber trotz fortschreitender Sanierung im Rohbauzustand bleiben. Verwaltet vom »Kulturbüro Elisabeth«, wird der Raum für verschiedenste Kulturprojekte genutzt, wegen der guten Akustik auch für Konzerte. Die 1835 geweihte Elisabethkirche ist die größte der vier turmlosen Vorstadtkirchen im antikischen Stil, die zwischen 1830 und 1835 im Norden der rasant wachsenden Stadt Berlin erbaut wurden. Die Pläne stammten von Karl Friedrich Schinkel, dem bedeutendsten Berliner Architekten des 19. Jahrhunderts.

St. Elisabeth-Kirche
Invalidenstraße 3
10115 Berlin
Deutschland

Foto Schola Rundfunkchor Berlin

Projekt

Schola des Rundfunkchores Berlin: was ist das eigentlich?

Die Akademist:innen des Rundfunkchores Berlin kommen gemeinsam mit Gesangstudierenden deutscher Hochschulen zusammen, um intensiv im Ensemble vokale Kammermusik zu proben. Am Ende dieser Arbeitsphase präsentiert sich die Schola im Abschlusskonzert mit einem anspruchsvollen kammermusikalischen Programm.

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