„For a Look or a Touch“
für Schauspieler, Bariton, Männerchor, Instrumentalensemble und Klavier
Was als Ideenwettbewerb zum hundertjährigen Bestehen des Rundfunkchores Berlin und zahlreichen Konzepteinsendungen begann, wird nun zum Konzert! Gewonnen hat eine Idee rund um das Thema der queeren Resilienz – »We’re Not Going Anywhere«. Queeres Leben und dessen Sichtbarkeit stehen unter konstanter Bedrohung. Umso wichtiger also, dass sich der Rundfunkchor Berlin, zusammen mit mehreren queeren Ensembles aus der Berliner Chorszene, in diesem Konzertabend inhaltlich wie musikalisch tiefgreifend damit auseinandersetzt.
Klassischen Konzertprogrammen fehlt meist leider jegliche Diversität, hier wird nun aber ausschließlich Musik von queeren Komponist:innen gesungen: Jake Heggies 2007 geschriebene Kammeroper »For a Look or a Touch« dreht sich um ein jüdisches Liebespaar aus den 1920er-Jahren, Manfred Lewin und Gad Beck, wovon ersterer die Nazis nicht überlebte. Weitere Stücke von Michael Shaieb und Our Lady J stellen musikalisch Empowerment und Selbstbehauptung queeren Lebens dar. Und für eine weitere, tiefergehende inhaltliche Dimension des Abends sorgt der erste Queerbeauftragte des Landes Berlin, Alfonso Pantisano, der als Redner eingeladen ist.
Tillmann Triest studierte B.A. Kulturarbeit sowie M.A. Kulturmanagement und -tourismus. Er ist freier Mitarbeiter an der Deutschen Oper Berlin in der Dramaturgie sowie Jungen Deutschen Oper und war in der vorherigen Saison als Dramaturg am Konzerthaus Berlin tätig.
Im Rahmen seiner Promotion am Forschungsinstitut für Musiktheater untersucht er den Opernbesuch als kulturelle Praxis und Gestaltungsaufgabe im Kulturbetrieb. Neben freien Projekten führten ihn seine Wege u.a. an das Staatstheater Kassel, zum Ensemble Modern, zu Battle Royal Studios, an das Hans Otto Theater Potsdam sowie auf Konzertreise nach China.
Darüber hinaus gibt Triest regelmäßig Lehrveranstaltungen an der Fachhochschule Potsdam, an der Universität Bayreuth sowie an der Hogeschool van Amsterdam. Transformationsprozesse im Kulturbetrieb, (Nicht-)Besucher:innenforschung sowie werk- und aufführungsspezifische Analysen bilden die Schwerpunkte seiner Konferenzvorträge und Publikationen.
Er wurde ausgezeichnet mit Stipendien der »Akademie Musiktheater heute« der Deutschen Bank Stiftung, des Mozartfest Würzburg und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Besondere Anerkennung wurde ihm mit dem Deutschlandstipendium, dem Ehrenamtspreis der Landeshauptstadt Potsdam sowie dem ersten Preis des Ideenwettbewerbs des Rundfunkchores Berlin zuteil.
Das Konzert wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet.
Das Haus des Rundfunks in Berlin ist nicht nur eine Architekturikone und rundfunkgeschichtlich von großer Bedeutung, sondern auch unser »Stammhaus«.
Erbaut wurde es in den Jahren 1929 bis 1931 nach Entwürfen von Hans Poelzig und war 1930 eines der ersten Rundfunkgebäude in Europa. Seit Mai 2003 ist es Sitz des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Die beiden Sendesäle dienen auch für öffentliche Konzerte. Regelmäßig treten wir im Großen Sendesaal auf. Dort findet der Chor den perfekten Raum für seine beeindruckenden musikalischen Darbietungen. Die Akustik des Hauses ermöglicht eine eindringliche und kraftvolle Klangwiedergabe, die die Zuhörer in ihren Bann zieht. Das Haus des Rundfunks ist somit nicht nur ein zentraler Ort für Medienproduktion, sondern auch eine inspirierende Bühne für erstklassige Chormusik.
Haus des Rundfunks, Großer Sendesaal
Masurenallee 8 - 14
14057 Berlin
Deutschland
© Hanna Lippmann
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