»Liberté«

90 Jahre Rundfunkchor Berlin
10 Jahre »Broadening in Concert«

Am 30. Mai 2015 feierte der Rundfunkchor Berlin mit seinem nächsten interdisziplinären Konzert gleich zwei Jubiläen: 2015 blickt das Ensemble auf seine 90-jährige Geschichte zurück, und seit nunmehr zehn Jahren eröffnet der Chor mit seiner interdisziplinären Reihe »Broadening in Concert« erfolgreich neue Erlebniswelten von Chormusik. Für dieses Jubiläumsprojekt bespielte der er einen so faszinierenden wie historischen Ort und verdichtete dabei Klang, Raum und Geschichte zu einer außergewöhnlichen Konzertperformance.
Gemeinsam mit einigen seiner künstlerischen Wegbegleiter wie Hans-Werner Kroesinger, Jochen Sandig und Sasha Waltz & Guests gestaltete der Rundfunkchor Berlin ein Programm, das musikalisch den Bogen vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart schlug. Im ehemaligen Funkhaus Berlin in der Nalepastraße bewegte sich das Publikum mit dem Chor durch verschiedene Gebäudeteile, während Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie Sasha Waltz & Guests der Musik eine bildhafte Ebene hinzufügten. Ausnahmeorganist Cameron Carpenter war mit Werken von Messiaen und Poulenc an seiner International Touring Organ zu erleben.

Fotos Jochen Sandig und Hans-Werner Kroesinger
Theatermacher Jochen Sandig und Dokumentartheaterregisseur Hans-Werner Kroesinger

Doch dieses Konzert war nicht nur eine Rückschau auf den bisherigen Weg des Chores, es bot auch die Gelegenheit für einen Ausblick auf Kommendes: Gijs Leenaars, der als Nachfolger von Simon Halsey das Amt des Chefdirigenten im September angetreten hat, trat neben Simon Halsey selbst, Risto Joost und Nicolas Fink an diesem Abend ans Dirigentenpult. Eine gute Gelegenheit, den designierten Chef schon vor der Stabübergabe erlebt zu haben und einen ersten Eindruck von seiner Arbeit mit dem Ensemble zu gewinnen.

Fotos der vier Dirigenten der Konzerte
Die vier Dirigenten des Konzerts: Simon Halsey, Nicolas Fink, Risto Joost und Gijs Leenaars

Den Auftakt zum Jubiläumswochenende bildete das Schola-Konzert mit den Akademisten des Ensembles und Studierenden der Hochschule für Musik Hanns Eisler, dirigiert von Nicolas Fink, der die im Frühjahr 2014 gegründete Schola bis zum Antritt von Gijs Leenaars leitete. Vor und zwischen den Konzertteilen wurden Führungen durch das alte Funkhaus angeboten, Heimstätte des Chores zu DDR-Zeiten und bis heute größter zusammenhängender Studiokomplex der Welt.

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