SING!
Der Rundfunkchor Berlin initiiert mit seinem Chefdirigenten Simon Halsey das Projekt SING!, um die Qualität und Quantität des Singens im Berliner Schulalltag wesentlich zu verbessern.
Seit Februar 2011 nehmen drei Grund- und Bezirksmusikschulen der Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg teil. Ab August 2012 ist eine Ausweitung in weitere Bezirke in Planung. Für die konkrete Umsetzung braucht es nicht mehr als das körpereigene Instrument!
- Regelmäßiger Gesangsgruppenunterricht für LehrerInnen durch die SING!-Chorlehrkraft der Musikschule in Räumen der Grundschule
- Wöchentliche Leitung von SING!-Projektchören durch die Chor-/ Schulmusiklehrkraft
- Musikalischer und persönlicher Austausch mit dem/der PatensängerIn des Rundfunkchores Berlin
- Mitwirkung des Schulchores bei Schulveranstaltungen und bei der „Liederbörse“ in der Philharmonie/im Haus des Rundfunks
Sowohl im Schulchor als auch im Gesangsgruppenunterricht wird dasselbe Liedrepertoire erlernt, so dass neue Ritual- und Bewegungslieder im täglichen Unterricht – vitalisierend oder harmonisierend – eingesetzt werden können.
Die gemeinsame Entwicklung wird in drei Schwerpunkten realisiert:
1. Entwicklung eines mehrsprachigen Liedgutes
Gemeinsame Erlebnisse mit Musik sind eine Fundgrube für positive Emotionen. Insbesondere beim gemeinsamen Singen sind Momente wie Offenheit, Energie, Authentizität und Ausdruckskraft spürbar, denn hier zeigt jeder etwas von sich und hier hört jeder dem anderen gerne zu. Diese Wirkungskraft wird bei SING! genutzt, um interkulturelle Kompetenzen zu fördern.
Im Schulchor und in den Projektklassen sollen Lieder in den Sprachen erklingen, in denen die jeweiligen SchülerInnen mit Migrationshintergrund tatsächlich Zuhause sprechen und/oder singen. Die fremdsprachigen Lieder sollen nach einer musikethnologischen Begleitung wieder in den Projektalltag zurückfließen: Über den künstlerischen Ausdruck des Singens können die SchülerInnen untereinander kulturelle Vielfalt erleben.
2. Bewegen und Hören
Nicht nur um dem Bedürfnis nach Bewegung nachzukommen, sondern auch weil die Nutzung des körpereigenen Instrumentes – der Singstimme – körperliche Aufwärmung und Aufrichtung erfordert, wird sich im Alltag von SING! bewegt. Sinnige Gesten, kleine Choreographien und Bodypercussion erleichtern das Memorieren der Liedtexte und vermögen den Schulalltag rhythmisierend zu unterstützen. Der Verzicht auf Notenpapier baut eventuell bestehende Hemmungen ab und bewirkt, dass hörend gelernt wird. „Den eigenen Ohren trauen“, Nachhorchen, Liedtexte hinterfragen... der auditive Sinn soll im Projekt in den Fokus gerückt und behutsam
angeregt werden.
3. Lebendige Berührungspunkte mit der vokalen Bühnenkultur
Den Hörerfahrungen von GrundschülerInnen entsprechen vermehrt digital bearbeitete und komprimierte Stimmklänge der Popkultur. Ein natürlicher Stimmklang, der durch eine ökonomische Stimm- und Atemführung erzeugbar ist, wird von Kindern paradoxerweise vermehrt als unnatürlich, teils sogar mit Scham verbunden, wahrgenommen. Ein Mensch zeigt bei einer nicht forcierten Stimmführung mehr von sich, als jemand, der mit seiner Stimme spielt (presst, haucht usw.). Eine gut ausgebildete Singstimme wirkt sich positiv auf das Selbstwertgefühl aus, weil sich dem Gegenüber so authentisch zugewendet werden kann. Die PatensängerInnen des Rundfunkchores Berlin besuchen die SchülerInnen regelmäßig in ihren Klassen, begleiten sie zur „Liederbörse“ und zu Proben des Rundfunkchores Berlin. Gespräche über die Lust am Singen und regelmäßige Vorsingen in den einzelnen Klassen vor den PatensängerInnen sollen Raum zum Sprechen über und Präsentieren von Musik bieten.
Die fachliche Beratung erfolgt über das Qualitätssicherungsteam, in dem freundlicherweise
mitwirken:
- Inga Mareile Reuther („JEKISS“ – singende Grundschulen Münster)
- Prof. Dr. Ulrich Mahlert
- Prof. Thomas Holland-Moritz
- Prof. Andreas Mohr
Der Rundfunkchor Berlin führt SING! als Projektträger in Kooperation mit den folgenden Partnern durch:
- Landesmusikakademie Berlin
- Qualitätssicherungsteam
- Hans-Werner-Henze-Musikschule Marzahn-Hellersdorf
- Leo-Kestenberg-Musikschule Tempelhof-Schöneberg
- Musikschule Paul Hindemith Neukölln
- Grundschule unter dem Regenbogen (Marzahn)
- Peter-Petersen-Grundschule (Neukölln)
- Werbellinsee-Grundschule (Schöneberg)
Ines Haiduga (Konzeption und fachliche Koordination)
Maike Theuerkauf (Projektmanagement)
E-Mailtheuerkauf@rundfunkchor-berlin.de
Telefon+49/30/202 987 560
Fax+49/30/202 987 569
Mit freundlicher Unterstützung der Bühler-Stiftung-Berlin




