Erklärung der Vielen - Goldflagge

Berliner Erklärung der Vielen

Berliner Erklärung der Vielen

Der Rundfunkchor Berlin und 150 weitere Kunst- und Kulturinstitutionen und Verbände haben die »Berliner Erklärung der Vielen« unterzeichnet, um gegen völkisch-nationalistische Propaganda zusammenzustehen und Solidarität, Vielfalt und Kunstfreiheit zu verteidigen.
Wir sind viele Plakat A6

 

Unite & Shine – Demo am 19. Mai 2019

Unite & Shine - Die Vielen

 

Unterstützen Sie DIE VIELEN. Machen Sie mit bei der GLÄNZENDEN DEMO

DIE VIELEN e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und für Völkerverständigung einsetzt. Er tritt für ein Zusammenleben mit offenen Grenzen ein, steht für ein Miteinander, das mutig und großzügig ist, und versteht die Kunst genreübergreifend als Wegbereiterin einer gleichberechtigten, offenen Gesellschaft.

Auch wir vom Rundfunkchor haben im November die „Berliner Erklärung“, die diese Ziele formuliert, unterschrieben. Und wir werden auch bei der GLÄNZENDEN DEMO am 19. Mai in Berlin dabei sein. Denn die Einschränkung der Kunstfreiheit ist in Ländern Europas wie der Türkei und Russland, aber auch in Ungarn oder Polen bereits bittere Realität. Die Bedrohung der Kunstfreiheit ist auch in Italien oder Österreich nicht unrealistisch. Auch in Deutschland sowie in weiteren EU-Staaten könnte die Kunstfreiheit durch nationalistische oder rechtsautoritäre Regierungsbeteiligungen in Gefahr geraten. WIR SIND VIELE – JEDE*R EINZELNE VON UNS!

»Erklärung der Vielen«

Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt

Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Künstler*innen.

Heute begreifen wir die Kunst und ihre Einrichtungen, die Museen, Theater, Ateliers, Clubs und urbanen Orte als offene Räume, die Vielen gehören.

Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteure dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Künstler*innen, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Wir als Unterzeichnende der Berliner Theater, Kunst- und Kultureinrichtungen und ihrer Interessensverbände begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

  • Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Alle Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch eine rechtsextreme Politik immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!