Exklusive News für Kostümpaten

»LUTHER dancing with the gods«

by Robert Wilson

Hans-Hermann Rehberg

Direktor des Rundfunkchores Berlin

Foto Hans-Hermann Rehberg, Chordirektor Rundfunkchor Berlin
© Peter Adamik

Was ist Ihre Aufgabe in der Produktion?

Ich habe Robert Wilson gewinnen können, mit dem Rundfunkchor Berlin zu arbeiten und ein Projekt für das Ensemble zu entwicklen. Mit der Teilnahme am Tableworkshop im Watermill Center mit Robert Wilson und dem Kreativ-Team vor zwei Jahren habe ich die Konzeption und Entwicklung des Abends von Beginn an verfolgt und gesteuert. Meine Aufgabe war es, die finanziellen und logistischen Voraussetzungen zu schaffen. Dazu gehört das Einwerben von Fördergeldern ebenso wie die Entscheidungen für den Aufführungsort, den Probenort und die Bestellung von Bühne, Kostümen, Masken etc.. Vom ersten Gespräch mit Bob bis zur Premiere blicken wir auf einen Zeitraum von drei Jahren zurück.

Was ist für Sie die größte Herausforderung dieses Projekts?

Nach einer Probenphase in der Potsdamer Schinkelhalle freue ich mich auf die Endprobenphase im Pierre Boulez-Saal. Für diesen Saal hat Robert Wilson den Abend konzipiert. Erst hier wird sich zeigen, ob das in Potsdam Entwickelte funktioniert, ob Vision und Machbarkeit in Einklang kommen. Größte Herausforderung ist, die künstlerischen Intentionen Robert Wilsons im Rahmen des gesetzten Budgets zu ermöglichen.

Gijs Leenaars

Dirigent

Foto Gijs Leenaars, Chefdirigent des Rundfunkchores Berlin
© Peter Adamik

Was ist Ihre Aufgabe in der Produktion?

Ich habe den Genuss, diese Vorstellung dirigieren zu dürfen.

Was ist für Sie die größte Herausforderung dieses Projekts?

Die größte Herausforderung für mich ist das Umgehen mit der Raümlichkeit. Ich muss mit akustischen Verzögerungen rechnen, muss in alle Richtungen dirigieren. Ich muss in meinem Dirigat eine Mischung finden zwischen schöner musikalischer Gestaltung und dem Schaffen einer ganz konkreten Klarheit. Und weil so viele Disziplinen zusammenkommen, brauche ich – und das ist nicht meine Stärke – viel Geduld!

Nicola Panzer

Co-Regisseurin

Was ist Ihre Aufgabe in der Produktion?

Ich bin Regisseurin mit einer speziellen Ausbildung für das Musiktheater. Das heißt, ich habe mein Diplom an der Musikhochschule gemacht. Im Projekt »LUTHER  dancing with the gods« abeite ich als Co-Director von Robert Wilson. Das mache ich schon seit fast 30 Jahren.

Meine Tätigkeit umfasst eigentlich alles, was mit Regie zu tun hat. Das beginnt mit der gemeinsamen Konzeptentwicklung, geht über die Recherche und erste Ideen bis hin zur konkreten Planung der Proben: wie lang, welche Szene, wer probt wann etc. Wenn die Proben beginnen, leite ich die Proben und erarbeite die Umsetzung der künstlerischen Ideen von Robert Wilson. Ich probe mit den Sängerinnen und Sängern des Rundkfunkchores Berlin ebenso wie mit den Schauspielern und den Performern sowie den Kinderdarstellern.

Was ist für Sie die größte Herausforderung dieses Projekts?

Robert Wilsons Gesamtwerk beruht auf äußerster Präzision und dem Zusammenspiel nicht nur der Darsteller, sondern auch von Licht , Raum und Musik. An der Schnittstelle der Abläufe muss die Regie alle verschiedenen Ebenen koordinieren. Das ist mit Sicherheit meine größte Herausforderung.

Sabine Puhlmann

Sabine Puhlmann, Sopran im Rundfunkchor Berlin
© Peter Adamik

Was ist Ihre Aufgabe in der Produktion?

Ich bin Sopranistin im Rundfunkchor Berlin.

Was ist für Sie die größte Herausforderung dieses Projekts?

In dem Projekt sind die Gesten und das Agieren mit Stab und Ball während des Singens eine große Herausforderung, da der Rhythmus der Bewegungen unabhängig von der Musik ist. Außerdem war mir der Ball, der in den Mund genommen werden muss, zunächst zu schwer und hat das Kiefergelenk vor dem Singen zu stark belastet – die schweren Bälle konnten jedoch glücklicherweise gegen leichtere ausgetauscht werden.

Auch das Tragen der sehr aufwendigen Kostüme und der den Kopf eng umschließenden Kappen und das damit verbundene rechtzeitige Umziehen vom schwarzen auf das weiße Kleid ist eine Herausforderung.

Unsere Aufgabe ist es, das Stimmliche und Musikalische gut mit dem Szenischen zu verbinden. Deswegen übe ich zu Hause beim Singen mit einem Besenstiel, um die Bewegungen gut in den Körper zu bekommen. In den Proben im Saal und im Kostüm muss man dann ein Gefühl für den Raum und die Akustik und die Abstände gewinnen und sich das Kostüm mitsamt den Bewegungen zu eigen machen.

Annerose Hummel

Foto Annerose Hummel, Altistin im Rundfunkchor Berlin
© Peter Adamik

Was ist Ihre Aufgabe in der Produktion?

Ich bin Altistin im Rundfunkchor, singe also. Neben dem Singen müssen wir Sängerinnen und Sänger uns auch die szenischen Abläufe einprägen, die teilweise einen choreographischen Charakter haben.

Was ist für Sie die größte Herausforderung dieses Projekts?

Die größte Herausforderung besteht für mich darin, die ganzen Elemente meiner Aufgabe, also das klangschöne Singen, die Choreographie, die Sicherheit im Notentext, die gemeinsame musikalische Präzision und natürlich den Ausdruck in Ruhe und Konzentration optimal zu verbinden!

Eva-Maria Baxmann-Krafft

Vorstandsvorsitzende der Freunde und Förderer des Rundfunkchores Berlin e.V.

Foto Eva-Maria Baxmann-Krafft, Freunde und Förderer des Rundfunkchores Berlin e.V.
© Peter Adamik

Warum unterstützt der Förderverein das Projekt?

Der Rundfunkchor Berlin ist es gewohnt, mit Spitzenorchestern und berühmten Dirigenten aufzutreten. Die Zusammenarbeit mit Robert Wilson ist jedoch selbst für ein so hochkarätiges Ensemble, wie es der Rundfunkchor Berlin ist, etwas ganz Besonderes. Der »Theatermagier« verlangt den Sängerinnen und Sängern des Ensembles Einiges ab, was über ihren ohnehin schon anspruchsvollen Proben- und Konzertalltag hinausgeht. Bei diesem Schritt in eine neue Dimension sind wir als Förderverein gern dabei.

Was finden Sie das Spannende an dieser Produktion?

Wilsons Inszenierung ist offensichtlich von dem wunderbaren Raum des Pierre Boulez Saales inspiriert; ich bin gespannt, wie seine Lichtregie das Oval des Grundrisses und die Anordnung der Raumebenen aufgreifen wird. Und ich vermute, dass auch die Sängerinnen und Sänger sich im Raum bewegen werden. Sicher wird dadurch die Qualität und Ausstrahlung des Chores besonders gut zur Geltung kommen. Auf die Bach-Motetten freue ich mich, weil sie bei so einem großen Konzertchor nicht häufig im Programm sind.

Durchlaufprobe in der Schinkelhalle in Potsdam

24. August 2017

Die Probenphase in Potsdam ist am 30. Juni erfolgreich zu Ende gegangen.

Während insgesamt 18 Probentagen wurde mit bis zu 130 Beteiligten geprobt.

Dafür hatte unser technischer Dienstleister Trollwerk GmbH die Bühne des Pierre Boulez Saals in der Schinkelhalle in Potsdam nachgebaut. Die Halle ist Teil eines innovativen Gebäudeensembles mit unzähligen Räumen für Gewerbe und Kultur, malerisch an der Havel gelegen. Da die Akustik der Schinkelhalle nicht mit der des Pierre Boulez Saals vergleichbar ist, lag der Fokus dieser Probenphase auf den szenischen Proben mit allen Darstellern und dem Rundfunkchor Berlin.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Arbeit am Bühnenbild und an der Lichtinszenierung. In akribischer Feinstarbeit wurden von einem Team um Co-Bühnenbildnerin Annick Lavallée-Benny Set-Design und Requisiten weiterentwickelt und auf ihre technische Machbarkeit hin geprüft. Der Co-Lichtdesigner John Torres zeichnete sich gemeinsam mit dem technischen Team der Trollwerk GmbH verantwortlich für das Inszenieren und Programmieren der Lichtstimmungen. Der große Clou, der von unten beleuchtete Bühnenboden, wird aber erst im Pierre Boulez Saal komplett eingebaut werden.

Foto Probebühne in der Schinkelhalle
© Pamina Dittmann

Im Backstage-Bereich wurde ein Produktionsbüro eingerichtet, so dass unsere Produktionsleiterin Rachel Balatoni und ihre Assistentinnen Alisa Hecke und Pamina Dittmann alles vor Ort koordinieren konnten und alle Mitwirkenden einen zentralen Anlaufpunkt hatten.

Foto Produktionsbüro in Potsdam
© Pamina Dittmann

Während der Probenphase trugen alle Darstellerinnen und Darsteller Probekostüme, da die richtigen Kostüme noch in der Werkstatt in Düsseldorf fertig gestellt werden müssen. Es fanden zahlreiche Anproben statt, sodass jedes der Kostüme nun passgenau auf die Darsteller zugeschnitten wird.

Foto Chorkostüme
© Pamina Dittmann

Einen wichtigen Teil der Inszenierung machen die durch Lydia Koniordou und Jürgen Holtz gesprochenen Texte aus. In Sprechproben wurde die genaue Artikulation und Darbietung mit Robert Wilson und Co-Regisseurin Nicola Panzer erarbeitet. Auch Gestik und Bewegung für die Chorsänger und –sängerinnen wurden festgelegt und einstudiert.

Foto Lydia Koniordou, Nicola Panzer, Robert Wilson und Jürgen Holtz
© Lovis Ostenrik

Zur Durchlaufprobe am 30. Juni waren einige Kostümpatinnen und –paten gekommen, um einen Eindruck von der Inszenierung zu erhalten.

Foto Lydia Koniordou
© Lovis Ostenrik
Foto Knabe und Performer
© Lovis Ostenrik
Foto Performer
© Lovis Ostenrik
© Lovis Ostenrik
Foto Probe zu »LUTHER dancing with the gods«
© Lovis Ostenrik
Foto Luther auf dem Bett
© Lovis Ostenrik

Nun beginnt der Endspurt der Vorbereitungen. Bis zum Probenbeginn am 19. September im Pierre Boulez Saal müssen die Kostüme fertig genäht, Perücken fertig geknüpft und Requisiten fertiggestellt werden.

 

Ankunft der Kostüme

14. Juni 2017

Heute sind die Kostüme aus der Kostümwerkstatt »das gewand« aus Düsseldorf angeliefert worden. Vom 17. bis 21. Juni finden die Anproben in Potsdam statt. Der Zeitplan ist eng getaktet. Kostümbildnerin Julia von Leliwa und die Ankleiderinnen haben für jedes Kostüm lediglich rund 30 Minuten Zeit, wobei jeweils zwei Anproben parallel stattfinden.

Anschließend werden die Kostüme zurück nach Düsseldorf gebracht, wo die Werkstatt die notwendigen Änderungen vornehmen wird.

Während der szenischen Proben in der Schinkelhalle in Potsdam tragen die Darsteller Probekostüme.

Foto Ankunft der Kostüme in Potsdam
© Justin Pöhler
Foto Kostüme für den Rundfunkchor Berlin
© Justin Pöhler

Musikalische Probe im
Pierre Boulez Saal

12. Juni 2017

Im Mai fanden die ersten musikalischen Proben des Rundfunkchores Berlin für das Projekt »LUTHER dancing with the gods« in der Regie von Robert Wilson im Pierre Boulez Saal statt. Gijs Leenaars, Chefdirigent des Rundfunkchores Berlin, leitete die Proben.

Foto Vorbereitung der musikalischen Probe im Pierre Boulez Saal
© Jascha Zube

Das musikalische Zentrum bilden die vier Motetten »Der Geist hilft unser Schwachheit auf«, »Jesu, meine Freude«, »Komm, Jesu, komm« und »Fürchte dich nicht, ich bin bei dir« von Johann Sebastian Bach.

Foto Choraufstellung im Pierre Boulez Saal
© Jascha Zube

Der Rundfunkchor Berlin singt in unterschiedlichen Aufstellungen. In den Proben nutzten die Sängerinen und Sänger noch ihre Noten. In den Aufführungen im Oktober, wenn Robert Wilson den Rundfunkchor Berlin in Szene setzt, wird das Programm auswendig gesungen.

Foto Detail Rundfunkchor Berlin im Pierre Boulez Saal
© Jascha Zube
Foto Der Rundfunkchor Berlin in der musikalischen Probe zu »LUTHER dancing with the gods«
© Jascha Zube
Foto Christoph Leonhardt, Tenor, und Michael Timm, Bass
© Jascha Zube

Aleke Alpermann (Violoncello), Mirjam Wittulski (Kontrabass) und Arno Schneider (Orgel) begleiten den Rundfunkchor Berlin.

Foto Gijs Leenaars dirigiert die Motetten von Johann Sebastian Bach
© Jascha Zube
Foto Musikalische Probe zu »LUTHER dancing with the gods« im Pierre Boulez Saal
© Jascha Zube

Einige Kostümpaten der Produktion besuchten die Probe und gewannen einen exklusiven Höreindruck im Pierre Boulez Saal.

Foto Kostümpaten besuchen die musikalische Probe im Pierre Boulez Saal
© Jascha Zube
Foto Kostümpaten beim Probenbesuch
© Jascha Zube
Foto Kostümpaten in der musikalischen Probe zu »LUTHER dancing with the gods«
© Jascha Zube

Co-Regisseurin Nicola Panzer positionierte die Sängerinnen und Sänger im Saal. Der Rundfunkchor Berlin singt in gemischter Auftstellung. Die Einteilung und Positionierung ist höchst komplex, denn das Publikum soll in dem 360°-Saal von jedem Platz aus einen möglichst ausgewogenen Klang erleben können. Um das gewährleisten zu können, müssen Regie und musikalische Leitung eng zusammenarbeiten.

Foto Co-Regisseurin Nicola Panzer stellt den Rundfunkchor Berlin auf
© Jascha Zube
Foto Gijs Leenaars berät sich mit Co-Regisseurin Nicola Panzer und Assistent Benjamin Goodson
© Jascha Zube
Foto Der Rundfunkchor Berlin probt im Pierre Boulez Saal
© Jascha Zube

Mit der Probenphase im Pierre Boulez Saal ist ein wichtiger Baustein für den musikalischen Teil der Produktion gelegt worden. Am 13. Juni beginnen die szenischen Proben mit den Performern und ab dem 19. Juni mit dem Rundfunkchor Berlin unter der Leitung von Robert Wilson. Die Probebühne wird in der Schinkelhalle in Potsdam errichtet.