Vladimir Jurowski
    • Jörg Widmann
      »Con brio«
      für Orchester
    • Ludwig van Beethoven
      »Ah! perfido« – Szene und Arie für Sopran und Orchester op. 65
    • Ludwig van Beethoven
      Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 (»Sinfonia eroica«)
    • Miah Persson Sopran
    • Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
    • Vladimir Jurowski Dirigent

Achtung! Programmänderung Hoyer, Beethoven

in Widmann und Beethoven

Gemeinsam mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin haben wir an diesem Abend eine Aufführung von Beethovens Symphonie Nr. 9 geplant. Wir bedauern sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass dieses Konzert aus gegebenem Anlass nicht wie geplant stattfinden kann.

 

Gemeinsam mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin möchten wir Sie jedoch ausdrücklich einladen, dem fantastischen Alternativprogramm zu lauschen:

 

„Brüder, überm Sternenzelt / Muß ein lieber Vater wohnen.“ Und der hat befunden, dass jetzt erst mal Schluss ist mit dem Freudenjubel der Beethovenschen Neunten und der Schillerschen Ode. Das Orchester, die vier Solisten und vor allem der Chor fallen durchs epidemiologisch begründete Regelwerk: zu laut und viel zu groß für die Konzertsäle der pandemiegeplagten Menschheit. So fügt es sich, dass ein genau 50 Jahre altes Stoßgebet heute überraschend radikal sein Ziel zu erreichen scheint. Der Komponist Mauricio Kagel hatte nämlich 1970 vorgeschlagen, als die ganze Welt Beethovens 200. Geburtstag zu Tode feierte: „Man hat ihm den Weltschmerz aufgebürdet. Er umschlang die Schillersche Ode, wie es Komponisten zu tun pflegen: den Text so lange und laut zu wiederholen, bis der Hörer schließlich nicht die Worte, sondern die Musik wahrnimmt … Für uns Erwachsene habe ich einen anderen Vorschlag. Beethovens Neunte wird eine Zeitlang nicht mehr aufgeführt, damit die Gehörnerven, die auf seine Musik reagieren, sich erholen können…“

Es ist ein wohlbedachter Kompromiss, den Vladimir Jurowski und das RSB dem Verdikt über die Neunte entgegensetzen möchten. Die Sinfonie Nr. 3, die Sinfonia eroica, hält eine absolut würdige „Ersatz“-Botschaft bereit. Denn ihr titelgebender Held heißt im Grunde nicht etwa Napoleon, sondern: Prometheus! Dessen titanische Unbotmäßigkeit gegenüber den Göttern gipfelt im Versuch, den Menschen das Feuer – Sinnbild für Erleuchtung, Erkenntnis, Wärme und Licht, aber auch für Macht und Erneuerung – zu bringen. Gehen wir achtsam mit unserem Mandat um!

Personen

Miah Persson Sopran
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Vladimir Jurowski Dirigent

Tickets

Location

Konzerthaus Berlin

Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt empfängt die Besucher mit klassizistischem Ambiente –dabei ist es im Grunde ein Neubau, der als Ost-Berliner Pendant zur West-Berliner Philharmonie 1984 eröffnet wurde. Äußerlich ist es die Wiederherstellung des im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Schauspielhauses, das nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel entstand und in dem 1821, kurz nach der Eröffnung, Carl Maria von Weber die Uraufführung seiner Oper »Der Freischütz« dirigierte. Das Innere aber wurde komplett neu gestaltet – bis 1945 war dies ein Sprechtheater mit der Bühne in der Gebäudemitte und einer Hinterbühne. Es war das Preußische Staatstheater mit dem letzten Intendanten Gustaf Gründgens – hier spielt Klaus Manns Buch (und István Szabós Film) »Mephisto«. Vorbild für den heutigen Großen Saal, der 1600 Plätze fasst, war der wesentlich kleinere Konzert- und Ballsaal, der sich im Schinkelbau im Seitentrakt befand. (Außerdem gibt es einen Kleinen Saal für die Kammermusik und den modern gestalteten Werner-Otto-Saal.)

Konzerthaus Berlin
Gendarmenmarkt
10117 Berlin
Deutschland

Projekt

Chor & Orchester: was ist das eigentlich?

Seine Chor- und Orchesterkonzerte gestaltet der Rundfunkchor Berlin so unterschiedlich wie facettenreich. Regelmäßig ist er an der Seite internationaler Spitzenensembles zu erleben. Es besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Seine enorme Wandlungsfähigkeit stellt der Rundfunkchor Berlin mit den großen Klassikern der chorsinfonischen Literatur wie auch mit Uraufführungen zeitgenössischer Werke unter Beweis.

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