»Svyati« (1995)
für Violoncello und zwölfstimmigen Chor
Nachwuchsförderung steht beim Rundfunkchor Berlin immer auf der Tagesordnung. Neben diversen Programmen für Schulen und Schüler:innen gilt dies vor allem für unsere Schola, das Programm für den ambitionierten Chornachwuchs: Im Rahmen eines zweiwöchigen Intensivkurses erarbeiten jede Saison bis zu 30 Gesangsstudierende zusammen mit dem Runfunkchor Berlin ein großes chorsinfonisches Werk – in diesem Jahr Felix Mendelssohn Bartholdys »Elias« – das dann am 8. März in der Berliner Philharmonie aufgeführt wird.
Vorab, am 1. März, stellen die Teilnehmer:innen der Schola bereits in einem eigenen Konzert ihre Fähigkeiten in der Heilig-Kreuz-Kirche unter Beweis. Wie in jeder Saison laden wir Sie auch dieses Mal wieder zu einem Teatime-Konzert ein: Die Schola-Teilnehmer:innen werden dort unter der Leitung von Justus Barleben und mit tatkräftiger Unterstützung einiger Mitglieder des Chores ein eigens erarbeitetes Programm zum Besten geben. Kommen Sie vorbei – und erleben Sie heute schon die professionellen Sänger:innen von morgen!
Nurturing young talent is a central part of Rundfunkchor Berlin’s mission. Alongside a variety of educational initiatives for schools and students, particular focus is placed on our Schola – a programme for aspiring young choral singers. Each season, up to 30 vocal students take part in a two-week intensive course, working closely with the Rundfunkchor Berlin on a major choral-symphonic work. This season’s project: Felix Mendelssohn Bartholdy’s »Elijah«, to be performed at the Berlin Philharmonie on 8 March.
Ahead of that, on 1 March, the Schola participants will showcase their skills in a dedicated concert at the Heilig-Kreuz-Kirche. As every year, we also warmly invite you to our Teatime Concert: under the direction of Justus Barleben, and supported by members of the Rundfunkchor Berlin, the Schola singers will present a programme they have developed themselves. Come along – and experience the professional voices of tomorrow, today!
Святый Боже, Святый Крепкий, Святый Безсмертный, помилуй насъ.
(Swjatyj Bosche, Swjatyj Krepkij, Swjatyj Bessmertnyj pomiluj nas.)
Text: Trisagion, Lobhymnus, seit dem 5. Jahrhundert Bestandteil der ostkirchlichen Liturgie
Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser.
Text: Trisagion, Lobhymnus, seit dem 5. Jahrhundert Bestandteil der ostkirchlichen Liturgie
Crucifixus etiam pro nobis,
sub Pontio Pilato,
passus et sepultus est.
Text: aus dem Nicäno-Konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis, 451 dokumentiert
Er wurde für uns gekreuzigt
unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden.
Text: aus dem Nicäno-Konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis, 451 dokumentiert
Stabat Mater dolorosa
juxta crucem lacrymosa,
dum pendebat Filius.
Cujus animam gementem
contristatam et dolentem
per transivit gladius.
O quam tristis et afflicta
fuit illa benedicta
Mater unigeniti!
Quae maerebat et dolebat,
pia Mater dum videbat
nati poenas inclyti.
Quis est homo, qui non fleret,
Christi Matrem si videret
in tanto supplicio?
Quis non posset contristari,
Christi Matrem contemplari
dolentem cum Filio?
Pro peccatis suae gentis
vidit Jesum in tormentis
et flagellis subditum.
Vidit suum dulcem natum
moriendo desolatum,
dum emisit spiritum.
Eja Mater, fons amoris!
Me sentire vim doloris
fac, ut tecum lugeam.
Fac, ut ardeat cor meum
in amando Christum Deum,
ut sibi complaceam.
––––– An dieser Stelle wird das ›Miserere‹ von James McMillan eingeschoben ––––
Miserere mei, Deus: secundum magnam misericordiam tuam.
Et secundum multitudinem miserationum tuarum, dele iniquitatem meam.
Amplius lava me ab iniquitate mea: et a peccato meo munda me.
Quoniam iniquitatem meam ego cognosco: et peccatum meum contra me est semper.
Tibi soli peccavi, et malum coram te feci: ut justificeris in sermonibus tuis, et vincas cum judicaris.
Ecce enim in iniquitatibus conceptus sum: et in peccatis concepit me mater mea.
Ecce enim veritatem dilexisti: incerta et occulta sapientiae tuae manifestasti mihi.
Asperges me hyssopo et mundabor: lavabis me, et super nivem dealbabor.
Auditui meo dabis gaudium et laetitiam: et exsultabunt ossa humiliata.
Averte faciem tuam a peccatis meis: et omnes iniquitates meas dele.
Cor mundum crea in me, Deus: et spiritum rectum innova in visceribus meis.
Ne projicias me a facie tua: et spiritum sanctum tuum ne auferas a me.
Redde mihi laetitiam salutaris tui: et spiritu principali confirma me.
Docebo iniquos vias tuas: et impii ad te convertentur.
Libera me de sanguinibus, Deus, Deus salutis meae: et exsultabit lingua mea justitiam tuam.
Domine, labia mea aperies: et os meum annuntiabit laudem tuam.
Quoniam si voluisses sacrificium, dedissem utique: holocaustis non delectaberis.
Sacrificium Deo spiritus contribulatus: cor contritum, et humiliatum, Deus, non despicies.
Benigne fac, Domine, in bona voluntate tua Sion: ut aedificentur muri Jerusalem.
Tunc acceptabis sacrificium justitiae, oblationes, et holocausta: tunc imponent super altare tuum vitulos.
(Text: Psalm 51, 3–21)
––––– Hier endet der Einschub von James McMillans ›Miserere‹, Domenico Scarlattis ›Stabat Mater‹ wird nun fortgesetzt ––––
Sancta Mater, istud agas
crucifixi fige plagas
cordi meo valide.
Tui nati vulnerati,
tam dignati pro me pati,
poenas mecum divide.
Fac me vere tecum flere,
crucifixo condolere,
donec ego vixero.
Juxta crucem tecum stare,
et me tibi sociare
in planctu desidero.
Virgo virginum praeclara,
mihi jam non sis amara,
fac me tecum plangere.
Fac, ut portem Christi mortem,
passionis fac consortem,
et plagas recolere.
Fac me plagis vulnerari,
cruce hac inebriari
ob amorem filii.
Inflammatus et accensus
per te, virgo, sim defensus
in die judicii.
Fac me cruce custodiri
morte Christi praemuniri
confoveri gratia.
Quando corpus morietur.
Fac, ut animae donetur
paradisi gloria.
Amen.
Amen.
Text: Jacobus de Benedictis (123?–1306) zugeschrieben
Stund die Mutter voller Schmerzen
an dem Kreuze, weint von Herzen,
da ihr Sohn von Qual verzehrt.
Durch die Seele angsterfüllet,
grambeladen, wehumhüllet,
schneidet tief des Jammers Schwert.
O wie traurig, da dem Tod nah
sie den eingebornen Sohn sah,
war die Mutter benedeit,
wie sie zaget, schmerzzernaget,
angstgeplaget, laut aufklaget,
ob des Sohnes Schmach und Leid!
Wessen Auge sollt’ nicht weinen,
da die Reinste aller Reinen
beugt so herber Qual Gewicht?
Wer kann ohne Gram wohl schauen,
schau’n die Krone aller Frauen,
da das Mutterherz ihr bricht?
Unsre Schuld sah sie ihn tragen,
sah von Geißeln ihn zerschlagen,
dass sein Blut zum Himmel raucht.
Sah den teuren Sohn erblassen,
da er trostlos, gottverlassen,
seine Seele von sich haucht.
O du Quell der reinsten Minne,
deiner Schmerzen mach mich inne,
dass ich wein’ ob deiner Plag’!
Lass mein Herze so entbrennen,
Christ, den Gottessohn erkennen,
dass ich dir gefallen mag.
––––– An dieser Stelle wird das ›Miserere‹ von James McMillan eingeschoben ––––
Gott, sei mir gnädig nach deiner großen Güte.
Und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.
Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde;
Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.
An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.
Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen.
Siehe, du liebst Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.
Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee.
Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.
Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat.
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren.
Errette mich von Blutschuld, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.
Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.
Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht.
Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem.
Dann werden dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer, dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern.
(Übersetzung: Lutherbibel, rev. 2017)
––––– Hier endet der Einschub von James McMillans ›Miserere‹, Domenico Scarlattis ›Stabat Mater‹ wird nun fortgesetzt ––––
Heil’ge Mutter, alle Wunden,
so am Kreuz du hast empfunden,
präge meiner Seele ein!
Alle Plagen lass mich tragen
ohne Zagen, ohne Klagen,
deine Qual sei meine Pein.
Mach’ mein Leiden gleich dem deinen,
deinen Sohn mit dir beweinen
will ich all mein Leben lang.
An dem Kreuz mit dir zu weilen,
allen Schmerz mit dir zu teilen
ist der Seele heißer Drang.
Jungfrau, hoch verklärt vor allen,
lass mein Flehen dir gefallen,
gib mir Teil an deiner Qual!
Lass mich erben Christi Sterben,
seine Todespein erwerben
und der Wunden große Zahl.
Lass an seinen teuren Wunden,
lass am Kreuze mich gesunden,
wo die Schmach traf deinen Sohn.
So entbrannt in Liebesflammen,
lass mich, Jungfrau, nicht verdammen,
vor des Weltenrichters Thron.
Mach, dass mich sein Kreuz bewache,
dass sein Tod mich selig mache,
mich erwärm sein Gnadenlicht.
Wenn der Körper einst muss sterben.
Meine Seele lass erwerben
Paradieses klaren Schein.
Amen.
Amen.
Text: Jacobus de Benedictis (123?–1306) zugeschrieben. Übersetzung: Richard Wagner (1813–1883)
Miserere mei, Deus: secundum magnam misericordiam tuam.
Et secundum multitudinem miserationum tuarum, dele iniquitatem meam.
Amplius lava me ab iniquitate mea: et a peccato meo munda me.
Quoniam iniquitatem meam ego cognosco: et peccatum meum contra me est semper.
Tibi soli peccavi, et malum coram te feci: ut justificeris in sermonibus tuis, et vincas cum judicaris.
Ecce enim in iniquitatibus conceptus sum: et in peccatis concepit me mater mea.
Ecce enim veritatem dilexisti: incerta et occulta sapientiae tuae manifestasti mihi.
Asperges me hyssopo et mundabor: lavabis me, et super nivem dealbabor.
Auditui meo dabis gaudium et laetitiam: et exsultabunt ossa humiliata.
Averte faciem tuam a peccatis meis: et omnes iniquitates meas dele.
Cor mundum crea in me, Deus: et spiritum rectum innova in visceribus meis.
Ne projicias me a facie tua: et spiritum sanctum tuum ne auferas a me.
Redde mihi laetitiam salutaris tui: et spiritu principali confirma me.
Docebo iniquos vias tuas: et impii ad te convertentur.
Libera me de sanguinibus, Deus, Deus salutis meae: et exsultabit lingua mea justitiam tuam.
Domine, labia mea aperies: et os meum annuntiabit laudem tuam.
Quoniam si voluisses sacrificium, dedissem utique: holocaustis non delectaberis.
Sacrificium Deo spiritus contribulatus: cor contritum, et humiliatum, Deus, non despicies.
Benigne fac, Domine, in bona voluntate tua Sion: ut aedificentur muri Jerusalem.
Tunc acceptabis sacrificium justitiae, oblationes, et holocausta: tunc imponent super altare tuum vitulos.
Text: Psalm 51, 3–21
Gott, sei mir gnädig nach deiner großen Güte.
Und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.
Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde;
Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.
An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.
Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen.
Siehe, du liebst Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.
Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee.
Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.
Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat.
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren.
Errette mich von Blutschuld, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.
Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.
Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht.
Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem.
Dann werden dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer, dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern.
Text: Psalm 51, 3–21. Übersetzung: Lutherbibel (rev. 2017)
Das Konzert wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und voraussichtlich am 4. März 2026 um 20.00 Uhr gesendet.
The concert will be recorded by Deutschlandfunk Kultur and is expected to be broadcast on 4 March 2026, 8 pm.
Die zwischen 1885 und 1888 in gotischen Formen erbaute evangelische Heilig-Kreuz-Kirche wurde 1995 für eine kirchliche wie auch weltliche Nutzung umfassend saniert und umgebaut. Die lichtdurchflutete Backsteinkirche mit flexiblen Stahl-Glas-Umbauten und variabler Bestuhlung kann mit bis zu rund 430 Teilnehmenden vielfältig genutzt werden, für Konzerte, Präsentationen, Tagungen, Empfänge und Galas. Seit mehreren Jahren ist die Heilig-Kreuz-Kirche fester Veranstaltungsort für die Schola des Rundfunkchores Berlin. Die Kirche ist zentral gelegen in Kreuzberg am Blücherplatz nahe der Amerika-Gedenkbibliothek und dem Potsdamer Platz.
Built between 1885 and 1888 in Gothic style, the Protestant Heilig-Kreuz-Kirche was extensively renovated and converted in 1995 for both ecclesiastical and secular use. The light-flooded brick church with flexible steel, glass extensions and variable seating can be used in a variety of ways for concerts, presentations, conferences, receptions and galas, accommodating up to around 430 participants. For several years, the Heilig-Kreuz-Kirche has been the permanent venue for the Schola of the Rundfunkchor Berlin. The church is centrally located in Kreuzberg on Blücherplatz, near the American Memorial Library and Potsdamer Platz.
Heilig-Kreuz-Kirche Berlin
Zossener Straße 65
10961 Berlin
Deutschland
© David Marschalsky
The Academy scholars of Rundfunkchor Berlin join singing students from German conservatories for intensive rehearsals of vocal chamber music. At the end of this phase of ensemble work, the Schola presents a final concert with a demanding chamber-music programme.
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