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Rodion Shchedrin<br>Der versiegelte Engel

Rodion Shchedrins Der versiegelte Engel zeigt, welche Strahlkraft Chormusik entfalten kann, wenn sie in Dialog mit anderen Künsten tritt. Seit der Premiere im Jahr 2005 erfährt die Produktion, die A-cappella-Gesang mit Tanz verbindet, international große Beachtung und brachte dem Rundfunkchor Berlin Gastspieleinladungen in viele europäische Länder ein.

Termine 2012:
3. Juni 2012, Vaduzer-Saal, Liechtenstein
30. Juni 2012, Philharmonie Berlin

Scheibners Inszenierung wird von einer starken Idee und einem klaren choreographischen Konzept getragen: Sie zeigt den Menschen im Spiel der äußeren und inneren Kräfte. Der Rundfunkchor Berlin bewegt sich im Raum, ballt sich zur Masse, driftet in alle Richtungen auseinander, versickert zwischen den Zuschauern, um neue Strukturen zu bilden. Anziehung und Abstoßung, unaufhörlicher Prozess des Werdens und Vergehens, ausgelöst durch die Bewegung der Musik. Aus der Masse treten Gesangssolisten und Tänzer hervor, die den Lebensweg des Menschen gestalten und begleiten.

Der ewige Zyklus der Gewalt wird durchbrochen durch Reue, Sühne, Hoffnung. Auf dem Höhepunkt des Abends stehen zwei Knaben-Solisten da: Einbruch des Anderen in diese Welt, unterstützt durch die magische Lichtregie des international tätigen Licht-Künstlers Rico Heidler. Das Ende kehrt mit Shchedrins Musik zum Anfang zurück: ewiger Kreislauf des Lebens.