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Gustav Holst Sāvitri

Eine Frau überlistet den Tod. Sāvitri gewinnt dem schönen Todesgott Djamal ihren Gatten Satyavān ab - Gegenstand des 6. Broadening- Projekts des Rundfunkchores Berlin im Mai 2010 war Holsts Kammeroper Sāvitri, inszeniert im Berghain in Berlin, einem der berühmtesten Technoclubs der Welt.

Als ein Freund Gustav Holst (1874-1934) ein Buch über die Heiligen Schriften der Inder in die Hand drückte, löste das einen anderthalb Jahrzehnte anhaltenden kreativen Rausch aus. Der englische Komponist lernte Sanskrit, um die Weisheit des Subkontinents aus den Quellen schöpfen zu können. 1907/08 schrieb und komponierte er die Kammeroper Sāvitri nach einer Episode aus dem Mahabharata, dem Nationalepos der Inder.

Den Berliner Choreographen Lars Scheibner faszinierten an dieser Geschichte die Allgegenwärtigkeit des Todes und des Lebens sowie die Fähigkeit des Menschen, Grenzen zu überwinden - die szenischen Umsetzung machte das hautnah erlebbar. Das Drama entwickelte sich aus einem großen Fest mitten unter den Zuschauern. Lebende wie Tote bewegten sich durch das Publikum, der Chor durchmaß die ganze Höhe und Weite des Berghains. Ätherische Klänge wehten wie Luft von einem anderen Planeten herein. Das Publikum ließ sich durch das ehemalige Heizkraftwerk treiben. Schlangenmenschen schwangen sich in die Höhe und setzten jene Energie frei, die man braucht, um den Tod zu überlisten.

Dieses Broadening-Projekt folgte Holsts Expedition an einen ungewöhnlichen Ort. Dem Gewicht des archaisch wirkenden Betonbunkers Berghain stemmte sich eine in die Höhe strebende Inszenierung entgegen: Das Leichte bricht das Schwere.



Berghain

Gustav Holst Choral Hymns from the Rig Veda
Gustav Holst Savitri

Susan Bickley, Mezzosopran
Christopher Gillett, Tenor
Konrad Jarnot, Bariton

Rundfunkchor Berlin, Damen
Szenische Einrichtung/Choreographie: Lars Scheibner
Raum- und Lichtgestaltung: Rico Heidler
Dramaturgie: Boris Kehrmann
DJ: David Canisius

Rundfunkchor Berlin
Simon Halsey - Dirigent

Gustav Holsts „Sāvitri“ im Berghain Berlin
Gustav Holsts „Sāvitri“ im Berghain Berlin
Musik zum Hören, Sehen, Fühlen: Rundfunkchor Berlin und Schlangenmenschen