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Jörg Schneider

Jörg Schneider wurde 1966 in Berlin geboren und ist seit 1989 Mitglied im Rundfunkchor Berlin.

Von 1986-90 studierte der Bassist, der als Teenager Keyboarder, Gitarrist und Liedermacher in verschiedenen Bands war, an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Gesang bei Gerhard Eisenmann sowie Komposition und Kontrapunkt bei Wolfgang Hohensee und Gerhard Tittel. Bei Alois Orth setzte er seine Ausbildung fort und vervollkommnete sich anschließend bei Rudolf Piernay und Thomas Quasthoff. Noch während seines Studiums nahm der junge Sänger seine ausgedehnte Konzerttätigkeit auf, die ihn als Solist wie auch als Mitglied des Rundfunkchores Berlin durch viele Länder Europas und in die USA führte.

Beim Rundfunkchor sang Schneider unter anderem das Bariton-Solo in Brahms’ Deutschem Requiem unter Robin Gritton, den Brander in Berlioz’ La Damnation de Faust unter Kent Nagano, in Strawinskys Mass unter Sir Simon Rattle, in Hans Werner Henzes 9.Sinfonie unter Ingo Metzmacher, den 2.Gefangenen in Beethovens Fidelio unter Heinrich Schiff sowie unter Michael Schønwandt und Marek Janowski. Im April 2005 wird er unter Simon Halsey den Bariton-Part in Carl Orffs Carmina Burana beim Mitsingkonzert des Rundfunkchores Berlin mit über 1000 Mitwirkenden in der Berliner Philharmonie gestalten.

Neben seiner Tätigkeit im Rundfunkchor geht der vielseitige Sänger einer umfangreichen Solistenkarriere im Konzert- und Oratorien-Bereich nach. Sein Repertoire erstreckt sich von Monteverdis Marienvesper und den Passionen und Historien von Heinrich Schütz bis hin zur Gegenwart. Besondere Schwerpunkte seines Interesses liegen bei den Kantaten, Messen und Oratorien Johann Sebastian Bachs, Joseph Haydns und Felix Mendelssohn-Bartholdys. Jörg Schneider sang unter anderem in der Leipziger Thomaskirche das Bass-Solo in Bachs Kantate Ein feste Burg ist unser Gott mit dem Thomanerchor unter Georg Christoph Biller und war als Jesus an der Wiederaufführung verschiedener Passions-Oratorien von Georg Philipp Telemann in Magdeburg beteiligt.

Außerdem interessiert sich der leidenschaftliche Lyrik-Leser für das Verhältnis von Text und Musik. Das führt ihn auf direktem Wege zum Lied, dessen umfassendes Repertoire er sich sukzessive mit mindestens einem Programm pro Jahr erarbeitet. Er hat die großen Zyklen Schuberts, Schumanns und Wolfs ebenso gesungen, wie Werke von Schönberg, Eisler und Schostakowitsch (die Michelangelo-Lieder in der Originalsprache). Besonders wichtig ist ihm die Wiederentdeckung und Auseinandersetzung mit der Musik deutsch-jüdischer und NS-verfolgter Komponisten. So brachte Schneider die Mondbilder von Eric Zeisel aus dem Manuskript zur Europäischen Erstaufführung und sang Lieder des Theresienstädter Komponisten Karel Berman.

Daneben komponiert Schneider selbst Klavierlieder und Kammermusik. Auf der Expo 2000 in Hannover war er als Sänger und Komponist an einem europäisch-asiatischen Musik-Dialog beteiligt. Dar Bariton ist Mitglied des Ensembles Berlin-Shanghai Dialog der Klänge um den Berliner Saxophonisten Gert Anklam und den chinesischen Sheng-Virtuosen Wu Wi (weitere Infos dazu unter www.anklang.de) sowie der Melodie Masters, einem aus Sängern des Rundfunkchores Berlin und des RIAS Kammerchores bestehenden Vokalquintett, das sich dem Repertoire der Comedian Harmonists in den Original-Arrangements widmet (weitere Infos dazu unter www.berlincomedionists.de).

Am Rundfunkchor Berlin schätzt Jörg Schneider die Kollegialität, das weitgefächerte Repertoire, die warme Klangfarbe, die Präzision, die Zusammenarbeit mit den besten Dirigenten und Orchestern der Welt und die Möglichkeit, seinen Beruf auch mit seinem dritten Hobby nach der Musik und der Literatur verbinden zu können: dem Reisen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.joerg-schneider-bariton.de.