
Georg Taube gehört dem Rundfunkchor Berlin seit 1981 an. In seinem Elternhaus – der gebürtige Südthüringer entstammt einer alten Pfarrersfamilie – wurde viel musiziert und natürlich sang Taube auch im Kinder- und Kirchenchor. Schließlich entschied er sich aber für ein Theologie-Studium in Leipzig. Neben den theologischen Lehrveranstaltungen nahm er weiterhin als Solist an zahlreichen Kirchenkonzerten teil und so ließ er nach bestandenem Examen seine Stimme von 1976 bis 1981 an der Leipziger Musikhochschule ausbilden. Gleichzeitig hatte er einen Vertrag als Chortenor an der Musikalischen Komödie in Leipzig.
Seinen Wechsel zum Rundfunkchor Berlin bezeichnet Taube als klügste Entscheidung meines Lebens. Das Repertoire an einem Musiktheater sei ihm einfach zu klein. Und zudem stellte die Arbeit unter dem legendären Chefdirigenten Dietrich Knothe, den er als Fachmann wie als Menschen gleichermaßen schätzt, den Höhepunkt seiner Karriere dar. Unvergesslich bleibt ihm eine Probe von Siegfried Matthus’ Laudate Pacem, in der Knothe in einer 36-stimmig auskomponierten Stelle, die den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima schildert, einen einzigen falschen Ton bemerkte.
An Simon Halsey schätzt Taube, dass der Brite die Intonation des Chores weiter perfektioniert und die Sängerinnen und Sänger dazu erzieht, auf einander zu hören. Taubes Lieblingsstück ist das Deutsche Requiem von Johannes Brahms – wegen der theologischen Aussage.
Und an welches Konzert mit dem Rundfunkchor Berlin erinnert sich Taube am liebsten? An Brahms’ Requiem unter Herbert Kegel im Teatro Real de Madrid. Damals sah er die spanische Hauptstadt zum ersten mal.

