

Der Rundfunkchor Berlin ist der älteste Rundfunkchor Deutschlands. Mit seinen 64 festangestellten Berufs-Sängerinnen und –Sängern gibt er rund 50 Konzerte im Jahr. Sein breit gefächertes Repertoire reicht von der Renaissance bis zur Gegenwart. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt bei chorsinfonischen Werken. Der Rundfunkchor Berlin arbeitet mit allen bedeutenden Orchestern und Dirigenten der Welt zusammen und ist regelmäßig auf allen wichtigen Konzertpodien zu Gast. Besonders intensive Partnerschaften verbinden ihn mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle, dem Deutschen Symphonie-Orchester unter Ingo Metzmacher und dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin unter Marek Janowski.
„Unsere Philosophie ist es, unter den bestmöglichen Bedingungen zu arbeiten: mit den besten Orchestern, mit den besten Dirigenten und mit einem ausgewogenen Repertoire.“ Simon Halsey formuliert das Anforderungsprofil des Rundfunkchors Berlin selbstbewusst. Wer den charismatischen Chordirigenten und langjährigen Weggefährten Simon Rattles auch nur einmal bei der Arbeit zwischen Sydney und Paris, Los Angeles und Salzburg, Birmingham und Berlin erlebt hat, weiß, dass er nicht zu hoch greift.
Freude Kommunizieren
Seit April 2001 reißt Simon Halsey den Rundfunkchor mit seinem Enthusiasmus, seiner Vitalität und seiner britischen Begeisterungsfähigkeit mit. Circa 50 Konzerte singt der Rundunkchor Berlin pro Spielzeit in aller Welt. Dabei setzt er die Wünsche der unterschiedlichsten Dirigenten schnell, flexibel und präzise um. Er ist gewohnt, ebenso mit Generalisten wie mit den weltweit führenden Spezialisten der Alten und Neuen Musik zusammen zu arbeiten, denn er legt Wert auf stilistisch kompetente Interpretationen des gesamten Repertoires von der Renaissance bis zur Gegenwart auf dem jeweils aktuellen Stand der Aufführungspraxis. Als live und in CD-Aufnahmen global präsenter Konzertchor betrachtet er es als Selbstverständlichkeit, jedes fremdsprachige Werk akzentfrei mit der korrekten Sprachmelodie und Klangfarbe zu interpretieren, was ihm etwa von Marc Minkowski das Kompliment des „französischsten der wunderbaren deutschen Chöre“ eintrug.
64 Virtuosen
Die einwandfreie und sinngemäße Textdeklamation in jeder geforderten Sprache ist Basis und Ausgangspunkt seiner Arbeit. Von hier entwickelt der Rundfunkchor Berlin sein unverwechselbares und doch vielseitig wandlungsfähiges Klangprofil. Es ist geprägt durch körperhaftes, gestisch-expressives Singen und unmittelbare Publikumsansprache. Aufbauend auf der absolut homogenen Durchbildung der einzelnen Stimmgruppen steht ihm das gesamte Spektrum vom solistisch zugespitzten Spaltklang einer vielstimmigen Renaissance-Motette bis zum hochromantisch-expansiven Mischklang eines Brahms oder Bruckner in unbegrenzter farblicher Vielfalt, dynamischer Bandbreite, expressiver Nuancierung und technischer Virtuosität zu Gebote. Darüber hinaus setzt er sich kontinuierlich mit komplizierten Partituren zeitgenössischer Komponisten und experimentellen Vokaltechniken auseinander. Als Rundfunkchor erteilt er regelmäßig Kompositionsaufträge – zuletzt an Qu Xia-Song, Maurico Kagel, Klaus Huber, Wolfgang Rihm, Frank Michael Beyer, Antony Pitts und Mark-Anthony Turnage, Esa Peka-Salonen, Jonathan Harvey und Brett Dean - und setzt sich für die Wiederentdeckung vergessener, verdrängter und selten gespielter Werke und Komponisten ein, wovon eine lange Liste mit internationalen Preisen überhäufter CD-Einspielungen unter anderem in der legendären Decca-Reihe „Entartete Musik“ zeugt.
Berlins Kulturbotschafter in der Welt
Das Kernrepertoire des Rundfunkchors Berlin ist die große Chorsinfonik von Beethovens „Neunter“ bis zu Hans Werner Henzes 9.Sinfonie, die in jüngster Zeit zur Visitenkarte des Chors avancierte und zwischen Berlin und New York, London und Monaco in zahlreichen Konzertsälen zu hören war. Für Großprojekte wie Mahlers Achte unter Kent Nagano oder Berlioz’ unvergesslichem „Requiem“ unter Marek Janowski im Berliner Dom und im Grimaldi Forum Monte Carlo arbeitet der Rundfunkchor Berlin mit dem MDR-Chor Leipzig zusammen. Nikolaus Harnoncourt erarbeitet mit ihm einen Schubert-Zyklus, Michael Gielen ein internationales Schönberg-Projekt und auch die Oratorien, Passionen und Messen Bachs, Händels, Mozarts und Haydns stehen regelmäßig auf dem Spielplan des Rundfunkchors. Besonders intensive Partnerschaften verbinden ihn naturgemäß mit dreien der acht großen Klangkörper Berlins: mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle, dem Deutschen Symphonie-Orchester unter Ingo Metzmacher und dem Rundfunk Sinfonie-Orchester unter Marek Janowski. Auf gemeinsamen Tourneen, aber auch mit spektakulären A-cappella-Programmen trägt der Rundfunkchor den Namen der deutschen Hauptstadt als Kulturbotschafter in die Welt. Damit setzt er eine Tradition fort, die mit den internationalen Händel-Tourneen unter Helmut Koch den 50er Jahren begann, mit Leonard Bernsteins weltweit ausgestrahlter „Ode an die Freiheit“ unmittelbar nach dem Fall der Mauer im Ost- und Westteil der Stadt ihren Höhepunkt erlebte und nach der Wiedervereinigung endlich unbehindert zur Entfaltung kommen konnte.
Gestisch – Körperlich - Kontaktfreudig
Der Rundfunkchor Berlin hat seit seiner Gründung im Frühjahr 1925 regelmäßig in konzertanten, aber auch in szenischen Opern- und Operettenaufführungen unter Regisseuren wie Walter Felsentstein, Joachim Herz, Götz Friedrich, Ruth Berghaus und Harry Kupfer mitgewirkt. Dieses Engagement, das die Spontaneität, Körperlichkeit und Bühnenpräsenz des Ensembles herausfordert, kommt auch seinen Konzertauftritten zu Gute. Darum wird es sowohl in der Zusammenarbeit mit Simon Rattle als auch mit eigenen szenischen Projekten konsequent fortgesetzt. Im Mai 2005 wurde in diesem Zusammenhang Rodion Shchedrin Russische Liturgie „Der versiegelte Engel“ als Drama für Chor und fünf Tänzer in einer Inszenierung des Berliner Choreographen Lars Scheibner aufgeführt. Im Januar 2006 findet mit Christian Jost "Angst - Fünf Pforten der Angst" für Chor, Chorsoli, Instrumentalensemble und filmische Projektion das nächste Projekt mit Innovationscharakter statt.
In Bewegung
Um sich seine Flexibilität und Neugier zu erhalten, stößt der Rundfunkchor auch stilistisch und geographisch immer wieder an die Ränder des Repertoires vor und gestaltet etwa unter Qu Xia-Song chinesische Musik, unter André Thomas Spirituals oder unter Kent Nagano ein Werk wie Bernsteins „Mass“. Er geht in speziellen Jugend-Programmen auf das Publikum von morgen zu, bietet ausgewählten jungen Profi-Sängerinnen und Sängern die Möglichkeit von Chorpraktika und feiert einmal im Jahr nach britischem Vorbild mit Amateursängerinnen und –sängern ein großes Chorfest in Gestalt eines Mitsingkonzerts, bei dem jeweils ein großes chorsinfonisches Werk an einem Tag einstudiert und gemeinsam mit dem Rundfunkchor Berlin aufgeführt wird. Diese Mitsingkonzerte, die vom Enthusiasmus Hunderter von Sängerinnen und Sängern und von Simon Halseys mitreißender Lust an der Kommunikation leben, haben sich als heißer Tipp im In- und Ausland herumgesprochen. „In den englischsprachigen Ländern sind die Hauptformen der Künste sprachlicher Natur“, erklärt Simon Halsey den gegenwärtigen Erfolg englischer Künstler wie Simon Rattle auf dem Weltmarkt. „Darum müssen wir klassische Musik besser kommunizieren.“ Der Rundfunkchor Berlin hat als moderner, professioneller Konzertchor diesen Trend zu mehr Dialog und Offenheit erkannt und nimmt unter Simon Halsey den Dialog mit dem Publikum, den Dialog der Kulturen und den Dialog mit den großen Künstlerpersönlichkeiten der Welt mit allen Sinnen auf.
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Tickets: Telefon +49 (30) 20 29 87 22, tickets@rundfunkchor-berlin.de |